„DREDD“ – Das Ruhmreiche Ende Der Digitalisierung

Soweit das Label meines neuesten – hm, was genau eigentlich? Projekts? Thema? Forschungsfragenentwurfs? Dieser Punkt ist vielleicht am Ende zu klären und bleibt vorläufig offen.

Jedenfalls geht es um die Frage, wie unsere Welt aussieht, wenn relativ bald (in ca. 25 – 30 Jahren) die aktuell laufende digitale Revolution durch ist, d.h. wenn digitale Vernetzung in ihren verschiedensten Ausprägungen von der Avantgarde zur ständig verfügbaren und billigen Commodity geworden ist. Die Zeitschätzung beruht auf der Theorie der langen Wellen, auch als Kondratieff-Zyklen bekannt. Egal ob man die Gegenwart als 5. Zyklus mit dem Thema IT betrachtet, oder schon als 6. Zyklus – irgendwann wird die ständige Verfügbarkeit von Vernetzung von allem mit allem so normal sein, dass man nicht einmal mehr groß darüber nachdenken muss. Ähnlich wie heutzutage praktisch überall Computerchips beinhaltet sind, erhältlich für Centbeträge.

In dieser Welt werden die dann mehr als 9 Milliarden Bewohner dieses Planetens in Realtime mit jeweils allen anderen verbunden sein, sowie natürlich mit allen Geräten, Maschinen, Gadgets etc. etc., also faktisch allen Gegenständen. Und mit sich selbst – IT-Implantate werden wohl Standard sein.

Durch die allgegenwärtige Vernetzung kann die globale Arbeitsteilung bis ins Extrem getrieben werden. Das ist ökonomisch vorteilhaft und deshalb quasi unausweichlich. Die meisten Menschen werden immer kleinere Scheibchen der Wertschöpfung erledigen, sich dabei immer tiefer spezialisieren, und ergo hoch produktiv sein können. Das logische Ende ist dann erreicht, wenn ein Einzelner irgend eine Leistung für alle anderen neun Milliarden erbringt. Beispielsweise könnte es einen Digitalarbeiter irgendwo in Usbekistan geben, der sehr erfahren in der Abrundung von Bildschirm-Icons für Android Version 36.0 ist, und über den sämtliche Icons aller User laufen, die Wert auf eine ästhetisch ausgefeilte Rundung ihres Logos legen. Das ist natürlich nur ein Bild vor dem Hintergrund aktueller Technologie – ob man in 30 Jahren noch Bildschirme oder Icons braucht, interessiert vorläufig nicht.

Bereits heute umfassen unsere ausgefeiltesten Wertschöpfungsketten mehrere Millionen Personen, wenn man sich vor Augen führt, wie viele Hände mit anpacken müssen, um ein Auto oder ein Verkehrsflugzeug zu bauen – oder ein Softwaresystem. Etwas weiter extrapoliert sind 2050 dann möglicherweise 100 Millionen Mitwirkende in die globale Logistik von Amazon involviert. Das ist deshalb auch ein passendes Bild, weil dazu die Auslieferungsfahrer gehören, über deren Arbeitsumstände umfangreich berichtet wurde.

Die Konsequenz also: Das System funktioniert wie geschmiert, wir alle erhalten innerhalb von Stunden bis Minuten alle Waren, die wir uns nur denken (und bezahlen) können. Perfekt organisiert, günstig, bequem.

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